Personalia an Kurz übermittelt
Die Fragen stellt jetzt die grüne Abgeordnete Nina Tomaselli. Ihr geht es darum, dass Benko die Namen und Lebensläufe der für die Signa-Causa zuständigen Bankenprüfer seinerzeit nur Minuten, nachdem er sie erfahren hatte, an Kurz weitermailte. Zu welchem Zweck? Benko: "Daran kann ich mich erinnern. Kurz interessierte sich dafür. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass er mit einer Behörde Kontakt aufgenommen hätte."
Tomaselli hakt nach: Warum ließ Benko überhaupt die Lebensläufe der Bankenprüfer ausheben? Benko: "Wenn ein privates Unternehmen geprüft wird, liegt es in der Natur der Sache, dass man in Erfahrung bringen will, wer genau zuständig ist. Auch wenn Sie jetzt den Kopf schütteln - aber Sie haben offensichtlich auch noch nie ein Unternehmen geleitet."
Benko wird jetzt etwas sauer. "Ich lasse mir nicht das Wort im Mund herumdrehen. Und wenn Sie noch fünfmal nachfragen..." Jetzt fragt Tomaselli nach der Reise mit Kurz nach Abu Dhabi 2018. "Was haben Sie da im Vorfeld für Erwartungen mit Kurz ausgetauscht?" Benko verweist wieder auf die zahlreichen anonymen Anzeigen und Ermittlungsverfahren, teilweise auch von Investoren - da gibt es ja eine Schiedsklage von den Scheichs (Anm.) - also entschlägt sich der Befragte. Wie kam es dazu, dass Sie teil dieser Wirtschaftsdelegation mit Kurz nach Au Dhabi wurden, wird Benko gefragt. "Kann ich mich nimmer erinnern", sagt er spontan.
Signa hatte damals Interesse, dass der Abu-Dhabi-Staatsfonds in das Unternehmen investiert. Dazu gibt es Dokumente im Bundeskanzleramt, auf die Tomaselli verweist. Wie kam es dazu, dass das Kanzleramt von diesem Investitionsinteresse wusste? Benko erinnert sich nicht.